Viagra für die Frau von Boehringer erleidet Rückschlag
Das wäre es doch gewesen: Endlich auch eine Lustpille für Frauen. Doch nun hat ein Expertenkomitee in den USA von der Zulassung der “Rosa Viagra” abgeraten. Der Grund: Die Wirksamkeit sei zu gering, um damit die Risiken zu rechtfertigen, die diese Lustpille birgt. In dem Komitee, in dem 7 Frauen und 4 Männern saßen, herrschte darüber Einstimmigkeit. Es geht um das vom deutschen Pharmakonzern Boehringer Ingelheim entwickelten Medikament Flibanserin, das unter dem Namen “Girosa” eigentlich auf den Markt kommen. Doch bisher wurde es noch nirgendwo auf der Welt zugelassen. Allerdings ist die in den USA für Arzneimittelzulassungen zuständige Behörde FDA an die Entscheidung des Expertenrates nicht gebunden. Allerdings folgt sie ihr in den meisten Fällen. Zumal in diesem Fall 10 der 11 Mitglieder des Komitees der Meinung waren, dass die von dem deutschen Konzern Boehringer vorgelegten Studien über die Wirksamkeit nicht ausreichend belegt wären.
Eingesetzt werden sollte Flibanserin ursprünglich als Antidepressivum. Doch dann fanden Forscher heraus, dass der Wirkstoff bei den Neurotransmitter-Systemen im Gehirn ansetzt, der auch eine Rolle beim sexuellen Verlangen spielt. Doch die Nebenwirkungen von Flibanserin können schon heftig sein: Depressionen und Schwindelanfälle können auftreten. Auch müsste das Mittel über eine längere Zeit eingenommen werden. Eine Einnahme kurz vor dem Geschlechtsakt wie bei der Pfizer Pille für Männer ist nicht möglich.
Also noch immer keine Hoffnung für die laut medizinischen Studien rund 40 Prozent der Frauen, die über mangelnde sexuelle Lust klagen. Die Pharmahersteller weltweit haben diesen Markt zwar schon seit Jahren im Blick, doch bisher noch keine Lösung wie Viagra für den Mann gefunden.
